Ein Rückspiegel, in dem die Sonne untergeht

Ja, ich bin noch da. Auch wenn ich mich rar gemacht habe. Auf die Windstille folgte eine Funkstille. Jetzt bricht der fünfte Monat der #MissionToMoni an – und damit auch eine heiße Phase für mich. Kleiner Rückblick gefällig? Here you go!

November: Runterkommen und lernen

Von Anfang an verlief meine Mission anders als ich sie mir vorgestellt hatte: Zuerst musste ich feststellen, dass ich nicht ganz so entspannt starten konnte, wie ich gehofft hatte. Auch Entspannung braucht Zeit. Im November habe ich viel gelernt – vor allem auch, darauf zu hören, was mein Körper mir sagen will. Der hatte manchmal andere Vorstellungen davon, was wir mit sechs Monaten „Nichtstun“ so anfangen sollten. Aber hey, fair enough!

Dezember: Reflektieren und wachsen

Dann kam der Dezember. Und der Lockdown. Und die Erkenntnis, dass das mit dem Hospitieren ab Januar schwierig werden könnte. „Eingesperrt“ mit mir selbst habe ich viel über mich gelernt: Dass es mir ein Bedürfnis ist, die Welt zu verändern – und wenn es nur mein kleiner Ausschnitt der Welt ist. Dass mir Wertschätzung und Authentizität wahnsinnig wichtig sind. Dass ich noch mehr sein möchte, wie ich bin – ohne faule Kompromisse. Dass ich Lust habe, mich in meinem Job zu engagieren und Karriere zu machen – aber nicht die „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“-Art von Karriere. Sondern die Art, die auf Zusammenarbeit und (Vorsicht, Anglizismus!) Empowerment basiert. „Zusammen sind wir stark“ ist ein Satz, den jeder von uns schon mal gehört und gesagt hat – aber wie viele von uns haben ihn im Berufsalltag auch erlebt?

Januar: Verzweifeln und annähern

Der Januar ist für mich nicht nur der Start eines neuen Kalenderjahres, sondern auch der eines neuen Lebensjahres. Und es war ein toller Geburtstag, den ich dieses Jahr feiern durfte. Mit Überraschungsgästen, Skype-Brunch und -Kaffee und Live Cooking über Instagram. Aber danach kam das große Tief: draußen war es grau, ich fühlte mich einsam, klein, schwach. Unvollkommen. Ungenügend. Ja, diese Jahreszeit ist tricky. Interessanterweise war der Januar auch der Monat der Annäherungen: Ich bin einer guten Freundin wieder nähergekommen, mit der ich mich auseinandergelebt hatte. Und ich habe zum ersten Mal seit fast zwei Jahren mit meinem Ex-Mann gesprochen. Manchmal hilft ein bisschen Abstand, um klarer zu sehen.

Februar: Entscheiden und umentscheiden

Nach dem Januar-Tief kam im Februar der Entschluss: Ich muss jetzt was tun. Kleine Schritte. Und der Februar war zugleich ein Monat der tiefen Zerrissenheit: Was mache ich ab Mai? Gehe ich zurück in das Unternehmen, das ich seit zehn Jahren schätze und in dem ich viel Gutes, aber auch Unangenehmes erlebt habe? Oder stürze ich mich in ein neues Abenteuer? Wenn ihr schon mal in zwei Männer (Oder Frauen. Oder Katzen. Oder Autos.) gleichzeitig verliebt wart, könnt ihr vielleicht nachfühlen, wie es mir ging (und geht). Wann immer ich mit Bosch-Kollegen gesprochen habe, war ich felsenfest überzeugt, dass ich genau dorthin gehöre und nichts Anderes will. Und wann immer ich mit den Menschen aus dem Unternehmen, bei dem ich mich beworben habe, geredet habe, wusste ich: Das ist es. Da fühle ich mich wohl und gesehen. Diese Schwankungen können an einem durchschnittlichen Tag durchaus bis zu fünfmal auftauchen. Das ist ganz schön anstrengend.

März: Mit der Angst tanzen

Ich weiß nicht, was der März mir bringt. (Naja, außer meiner Abschlussprüfung im ersten Semester meiner Sprecher-Ausbildung und ein paar weiteren fixen Highlights.) Aber ich weiß, dass meine Aufgabe sein wird, mit meinen Ängsten zu tanzen und das Beste rauszuholen.

Ich bin letzten Monat auf das Lied „Mut“ von Alexa Feser gestoßen, und es löst jede Menge in mir aus. Gänsehaut. Tränen. Ermutigung. Trotz. Bekräftigung. Rührung. Melancholie. Es fasst vieles zusammen, was ich im letzten Jahr erlebt habe. Und es wird mich durch die letzten zwei Monate der #MissionToMoni begleiten. (Zusammen mit einer Menge Popcorn. Und WOLicorns. Aber dazu vielleicht ein ander Mal mehr 😁)

Mut ist, wenn du mit der Angst tanzt,
das, was du nicht ganz kannst,
trotzdem versuchst.
Mut ist, wenn du wieder aufstehst,
Pflaster auf die Haut klebst
und weitersuchst.

Mut, Alexa Feser
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Autor

moni@missiontomoni.de

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